Ernst Leitz
VIDOM Universalsucher
für Leica M39 / LTM
Die Welt steht Kopf
Universalsucher mit seitenverkehrtem Bild, einstellbar auf die folgenden Brennweiten:
3,5cm
5cm
7,3cm
9cm
10,5cm
13,5cm
Der VIDOM ist ein absoluter Klassiker und hat eine gewisse Berühmtheit erlangt.
Er umgrenzt das Bildfeld mit scharfen, schwarzen Rändern und ist stufenlos verstellbar. Es ist nur der eingestellte Bildausschnitt sichtbar, anders als bei den meisten Spiegelsuchern. Für alle gängigen Brennweiten seiner Zeit trägt er Markierungen.
Neben einem Parallaxenausgleich verfügt der VIDOM über zusätzliche Markierungen, mit Hilfe derer man das Sucherbild für den Bildfeldschwund des Objektivs im Nahbereich kompensieren kann. Für Motive näher als 3 Meter dreht man dazu den kurzen Strich anstelle des Langen auf die Brennweitenmarkierung.
Ein sehr interessantes Feature des VIDOM ist, dass man durch seinen verstellbaren Suchereinblick die Welt rotieren und wahlweise seitenverkehrt oder auf den Kopf gedreht betrachten kann.
Es ist ein Stück weit eine Herausforderung, so das Bild zu komponieren, aber das hat auch seine guten Seiten: Der VIDOM zwingt einen so wirklich sich Gedanken über die Bildkomposition zu machen. So befreit er von allzu eingefahrener Bildgestaltung.
Mechanisch ist der VIDOM absolut vom Feinsten und es ist eine wahre Freude ihn zu bedienen. Mit stolzen 101 Gramm ist er dafür aber auch nicht gerade ein Leichtgewicht.
Der VIDOM ist einer der ganz wenigen Sucher, die über die Brennweite 10,5cm verfügen und ist damit für Besitzer des legendären Berg-Elmars (Tel. Wort ELZEN) besonders interessant.
Beim Kauf beachten
Nahezu alle VIDOM sind heute im Inneren neblig.
Damit ist das Sucherbild nicht nur trüb, sondern auch erheblich dunkler. Ich glaube, dass ein Gutteil des Images, das dem VIDOM anhaftet, durch vernebelte Exemplare zustande gekommen ist.
Es ist schwer, klare Exemplare zu finden, doch glücklicherweise lässt sich der VIDOM in der Fachwerkstatt recht gut reinigen. Ich würde dennoch versuchen ein möglichst klares Exemplar zu bekommen, da dann die Chancen auf ein sehr klares Sucherbild nach der Reinigung am größten sind.
Preise und Verfügbarkeit
Obwohl der VIDOM in keiner Leica Sammlung fehlen darf, ist er verhältnismäßig günstig zu erwerben. Er ist sehr häufig und daher leicht zu bekommen.
Schon ab 80€ kann man ein äußerlich gut erhaltenes Exemplar finden. Für 90-120€ wird man auf jeden Fall fündig. Hinzu kommen noch die Kosten für die zumeist notwendige Reinigung. Diese belaufen sich aktuell bei uns auf 42,-€. Alle Preise Stand 07/26.
Alternativen
Wünscht man sich einen Universalsucher mit seitenrichtigem Sucherbild, so wird man von Ernst Leitz nicht enttäuscht. VIOOH lautet das Tel-Wort für den seitenrichtigen Konkurrenten. Gerade bei bewegten Motiven ist ein spiegelverkehrtes Sucherbild eine anstrengende Herausforderung und da liegt der VIOOH klar vorne.
Kultiger und erheblich kompakter ist aber auf jeden Fall der VIDOM und er bietet zudem für diejenigen, die das zu schätzen wissen, wahlweise ein seitenverkehrtes oder kopfstehendes Sucherbild.
Für Brillenträger ist ein VIDOM leider nur bedingt brauchbar. Insbesondere das Sucherbild der kürzesten Brennweite (3,5cm) ist mit Brille schwer einzusehen und man läuft Gefahr sich die Brille zu zerkratzen. Gut dagegen funktionieren alle längeren Brennweiten beginnend ab 7,3cm.
Aufstecksucher mit fester Brennweite, wie zum Beispiel die verschiedenen Spiegelsucher, sind in der Regel für Brillennutzer besser geeignet.
Auch der Universalsucher VIOOH ist für Brillenträger etwas besser einzusehen und gleichzeitig hat er einen weniger scharfkantigen Suchereinblick.