Ernst Leitz
Leica IIIc

Leica IIIc

Im Schatten der IIIf

Die Leica IIIc ist die erste Leica mit Druckguss-Gehäuse, was sie besonders rigide macht. In ihr wurden zahlreiche kleine Verbesserungen gegenüber ihren Vorgängern, Leica IIIa und IIIb, eingearbeitet.

Ihrem Nachfolger, der IIIf, sieht sie optisch sehr ähnlich. Am wesentlichsten unterscheiden sich die Beiden durch die Gestaltung des Kurzzeitenrades. Auch technisch ist die IIIc nahezu identisch mit ihrem Nachfolger, welcher sich vor allem durch die integrierte Blitzsynchronisation abhebt. Hat man nicht vor, mit seiner Barnack-Leica mit Blitzlicht zu arbeiten, fährt man mit der IIIc ebensogut, aber deutlich günstiger wie mit einer IIIf.

Vielfach wird heute zur Leica IIIf geraten. Wenn, dann fällt der Blick noch am ehesten auf die deutlich älteren Barnacks. Die IIIc wird gerne übersehen, sie ist aber sicher für viele eine ausgezeichnete Wahl.

Fertigungszeit

Die Leica IIIc wurde von 1940 bis 1951 hergestellt. Elf Jahre sind ein beeindruckend langer Fertigungszeitraum für eine Kamera dieser Epoche!

Im Laufe der Jahre unterlag sie zahlreichen kleinen Veränderungen, sodass die IIIc heute als die variantenreichste Barnack Leica angesehen wird.

Stückzahl

Insgesamt wurden ca. 133.600 Leica IIIc gefertigt. Sie ist damit nach der IIIf die zweithäufigste Schraubleica.

Merkmale

Die Leica IIIc unterscheidet sich, was den Funktionsumfang angeht, von ihren Vorgängern, der Leica IIIa und IIIb nicht. Es wurden aber zahlreiche, teils revolutionäre, Änderungen eingeführt, die die technischen Details betreffen.

Wie ihre Vorgänger verfügt sie über den standardisierten Objektivanschluss, einen gekuppelten Entfernungsmesser mit 1,5x Vergrößerungsoptik und Dioptrienausgleich, lange Verschlusszeiten bis zu einer Sekunde sowie die Modi B und T.

Das Okular des Suchers wurde, wie schon bei der IIIb, unter Zuhilfenahme einer Prismenoptik um einiges weiter nach links verlagert, wo es sich unmittelbar neben dem Entfernungsmesserokular in einer einzigen, geteilten Augenmuschel befindet. Dies beschleunigt den Wechsel zwischen Fokussieren und Bildgestaltung und sorgt für einen sehr ergonomischen Arbeitsablauf.

Varianten

Die IIIc gab es über ihre Fertigungsdauer mit verschiedenen Belederungen. Alle bestanden aus einem sehr harten Gummi, welcher als Vulkanit bezeichnet wird. Neben der griffigen und gegenüber der Belederung früherer Barnack-Leicas tiefer geprägten Standard-Belederung, existieren zahlreiche IIIc mit der sog. Sharkskin-Belederung. Diese ist etwas dicker und ausgesprochen robust Sie ist erkennbar an einer sehr tiefen Prägung, deren Formen deutlich schlanker, länglicher und scheinbar in Linien angeordnet sind.

In der Regel wurde dieses Vulkanit so herum montiert, dass die Linien vertikal verlaufen. In sehr seltenen Fällen wurden, aufgrund der Materialknappheit nach dem Krieg, Reststücke der Vulkanitbögen verwendet, was zu einem horizontalen Verlauf des Musters führte. Exemplare mit horizontaler Sharkskin-Belederung sind sehr selten. Bei der hier abgebildeten Leica IIIc handelt es sich um eine solche Version.

Eine weitere auffällige variante der IIIc stellen zum Beispiel die grau lackierten Examplare dar, welche aus einer Verknappung von Chrom zum Ende des Krieges resultierten.
Für den Einsatz beim Militär, insbesondere für die Luftwaffe, wurden besonders Kältefeste, mit Kugellagern im Verschluss ausgestattete IIIc hergestellt und mit einem "K" gekennzeichnet. Dieser Buchstabe kann sich sowohl auf der Deckelplatte, als auch auf einem der Verschlussvorhänge befinden.
Da bei Ernst Leitz im Laufe des Krieges das schwarze, gummierte Verschlusstuch-Material zu Neige ging, kam ein rotes Verschlusstuch-Material zum Einsatz, welches, so sagt man, von einer Fehlbestellung stammte. Die roten Verschlusstücher funktionieren einwandfrei, doch Leitz war mit diesem Material unzufrieden und so wurde es bei einem Service häufig durch das schwarze Material ersetzt, als dieses wieder vorrätig war.

Vorsicht ist bei Exemplaren mit angeblichen Sondergravuren geboten. Zwar existieren bei der IIIc tatsächlich eine Vielzahl authentischer Sondergravuren, doch wurden unzählige Exemplare von Fälschern im Nachhinein mit Gravuren versehen. Findet man eine Sondergravur auf einer Kamera, die seit einigen Jahrzehnten in Familienbesitz ist, so ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit echt. Bei Angeboten im Internet wäre ich sehr skeptisch. Originale Gravuren sind von Gefälschten kaum bis garnicht zu unterscheiden und die erhaltenen Dokumente aus Kriegszeiten sind viel zu lückenhaft und damit wenig hilfreich bei der Echtheitsprüfung.

Unterschiede zu den Nachfolgern

Unterschiede zu den Vorgängern

Upgrades

Die IIIc konnte nach Einführung des Nachfolgemodells auf den Stand der IIIf mit schwarzen Kontaktzahlen gebracht werden. Dazu wurde in der Regel eine kleine Metallplatte unter dem Kurzzeitenrad auf die Deckelplatte geschraubt. Solche Kameras bezeichne ich als IIIc mod. f. Diese Modifikation, hin zur Leica mit integrierter Blitzsynchronisation, wurde wohl recht häufig in Auftrag gegeben.

Frühere Modelle ließen sich nicht auf die Leica IIIc aufrüsten, sehr wohl aber mit der Blitzsynchronisation der IIIf ausstatten.

Fazit

Mit der Leica IIIc ist die Barnack-Leica weiter verfeinert worden und erreichte ein neues Maß an Robustheit und Wartungsfreundlichkeit. Durch das erstmalig eingesetzte Spritzgussgehäue läutete die IIIc eine neue Ära der Schraubleicas ein.

Abgesehen von der Blitzsynchronisation steht die IIIc der IIIf im Grunde in nichts nach, sie ist aber in der Regel deutlich günstiger zu bekommen.

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