Ernst Leitz
Leica IIIa

Leica IIIa

Ein Klassiker

Zum zehnjährigen Jubiläum der Barnack-Leica wurde auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1935 eine Kamera mit einer extrem kurzen Verschlusszeit von 1/1000s vorgestellt. Die Leica IIIa.

Die Leica IIIa ist die letzte unter Oskar Barnack entwickelte Leica und damit für manche die letzte "echte Barnack". Er starb 1936.

Leica IIIa mit Summar 5cm 1:2
Leica IIIa mit dem damals lichtstärksten Leica-Objektiv, dem Summar 5cm 1:2

Fertigungszeit

Die Leica IIIa wurde von 1935 bis 1948 hergestellt, in größeren Stückzahlen jedoch nur bis ins Jahr 1939. Mit der Einführung der IIIb im Jahr 1938 bzw. der IIIc im Jahr 1940 wurde die IIIa abgelöst.

Nach dem Krieg jedoch wurden noch einige hundert Stück im Saarland in der französischen Besatzungszone produziert. Dies geschah zur Vermeidung hoher Zölle beim Export nach Frankreich.

Stückzahl

Insgesamt wurden ca. 91.800 Kameras dieses Modells produziert.
Zahlreiche frühere Leicas wurden zudem zur Leica IIIa umgebaut (s.u.).

Merkmale

Die Leica IIIa ist in allen Eigenschaften mit ihrem Vorgänger, der Leica III, identisch, mit Außnahme der kürzesten Verschlusszeit, der 1/1000s.

Das bedeutet, sie verfügt über einen standardisierten Objektivanschluss, einen gekuppelten Entfernungsmesser mit 1,5 facher Vergrößerungsoptik und Dioptrienausgleich, lange Verschlusszeiten bis zu einer Sekunde sowie die Modi B und T.

Leica IIIa mit Summar 5cm 1:2
Leica IIIa mit Summar 5cm 1:2. Das Objektiv ist kollabierbar und befindet sich hier im eingefahrenen Zustand.

Varianten

Es wird vermutet, dass im Jahr 1935 ca. 800 schwarz lackierte IIIa gefertigt wurden, allerdings konnte dies nicht eindeutig nachgewiesen werden.
Ungeachtet dessen findet man heute einige schwarz lackierte Leicas, die in ihrer Ausstattung der Leica IIIa entsprechen. Es handelt sich hierbei um Umbauten früherer Modelle.
So besitze ich zum Beispiel eine schwarz lackierte Leica III aus dem Jahr 1935, die mit ihrer Seriennummer 153035 unmittelbar vor der ersten IIIa liegt (die erste IIIa trägt die Nummer 156201), jedoch mit der 1/1000s Verschlusszeit ausgestattet ist.

Die IIIa gab es über ihre Fertigungsdauer hinweg mit zwei verschiedenen Belederungen, welche beide aus einem sehr harten Gummi (Vulkanit) bestehen. Hier gezeigt ist die relativ glatte aber griffige Standardbelederung mit einer gleichmäßigen Struktur geringer Prägungstiefe. Aufgrund kriegsbedingten Materialmangels wurden einige Leica IIIa mit dem bei Ernst Leitz scheinbar unbeliebten, dickeren und sehr tief geprägten Sharkskin-Vulkanit bezogen. Dieses weißt eine sehr griffige aber auch ziemliche raue Struktur auf. Auf einer IIIa sieht ein vertikales Sharkskin-Leder sehr edel aus.

Unterschiede zu den Nachfolgern

Leica IIIa von oben
Die Leica IIIa ist von edler Gestalt und unterscheidet sich in der Formensprache von späteren Leicas.


Leica IIIa von hinten
Zum letzten mal liegen bei der IIIa die Einblicke von Entfernungsmesser und Sucher ein Stück weiter auseinander und sind mit einer sehr fein gearbeiteten, verchromten Fassung versehen.

Upgrades

Als im Jahr 1950 die erste Leica mit integrierter Blitzsynchronisation (siehe Leica IIIf) auf den Markt kam, ein immenser technischer Fortschritt, musste man seine 15 Jahre alte Leica IIIa keineswegs einmotten und sich eine neue Kamera zulegen. Man konnte sie ganz einfach ins Leitz-Werk schicken und sie auf den neuesten technischen Stand bringen lassen!
So konnte man seine IIIa aus dem Jahr 1935 in eine Kamera verwandeln lassen, die mit Elektronenblitzen (eingeführt erstmals 1941), perfekt zusammenarbeiten konnte.

Leicas die nachträglich mit einer Blitzsynchronisation mit wählbaren Kontaktzeiten ausgestattet worden sind, bezeichne ich als Leica III mod. f. Ihre Synchronisation entspricht technisch der einer IIIf mit schwarzen Kontaktzahlen. Bei einem solchen Umbau wurde die alte Deckelplatte durch eine Neue ersetzt, sodass die Kameras wirken, als wären sie schon immer so gewesen. Wenn man eine vollsynchronisierte IIIa in den Händen hält, kann man sich im Traum nicht vorstellen, dass es sich um einen nachträglichen Umbau handelt.

Das steht im Unterschied zu den späteren IIIc mod. f, bei welchen aufgrund technischer Umstände ein Plättchen erkennbar auf die Deckelplatte aufgeschraubt wurde. Die Umbau-Lösung bei der IIIa gefällt mir da deutlich besser.

Genauso wie man seine IIIa auf spätere Modelle upgraden lassen konnte, konnte man auch frühere Leicas zur Leica IIIa umbauen lassen. So war es sogar möglich eine Leica I, die ursprünglichste Leica, ein Apparat, der weder über einen standardisierten Objektivanschluss, noch über einen Entfernungsmesser verfügte, zur IIIa umbauen zu lassen.

Leicas die nachträglich mit der 1/1000s ausgestattet worden sind und über lange Verschlusszeiten verfügen, bezeichne ich als Leica III mod. a.

Fazit

Die Leica IIIa ist eine ästhetische wie praktikable Kamera aus den frühen Jahren der Leica-Geschichte, doch sie verfügte bis auf die Blitzsynchronisation bereits über alle wesentlichen Funktionen späterer Schraubleicas. Sie ist auch heute noch eine wunderbare Kamera und eine verlässliche Begleiterin, die zu erstklassigen Bildergebnissen in der Lage ist!

Leica IIIa mit Summar 5cm 1:2


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